Die wahren Kosten der Rekrutierung

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Raphael Ineichen 15.12.2020

Alle Unternehmen müssen irgendwann Mitarbeiter rekrutieren. Die Mitarbeiter sind diejenigen, die ein Unternehmen zum Blühen bringen und bestimmen, wie erfolgreich es in Zukunft sein wird. Aber die besten Talente für Ihr Unternehmen zu gewinnen, hat seinen Preis. Jede Organisation ist natürlich bestrebt, die Kosten für die Personalbeschaffung zu minimieren. Wir werfen deshalb heute mal einen Blick auf die versteckten Rekrutierungskosten bzw. was es Sie kostet NICHT zu rekrutieren.

#1 Direkte Kosten

Diese Kosten sind der offensichtliche Teil der Aufwendungen, welche bei der Rekrutierung anfallen: Publikationskosten zum Ausschreiben der Stelle, Investitionen in Software, die Sie zur Einstellung von Mitarbeitern verwenden und ggf. Kosten für Personalvermittler.

#2 Zeit, die die Mitarbeiter während der Einstellungsphase investieren

Während Sie vielleicht schon einen gewissen finanziellen Aufwand für die Personalbeschaffung eingeplant haben, wird die Zeit, die für die Einstellung eines neuen Mitarbeiters benötigt wird, leicht unterschätzt.

Alleine das Schreiben, Erstellen und Veröffentlichen von Stellenanzeigen und das Bewerben in den Netzwerken nimmt viel Zeit in Anspruch. Der Aufwand, der für das Filtern und Interviewen von Bewerbern aufgewendet wird, kann einen beträchtlichen Zeitaufwand generieren.

#3 Produktivitätseinbussen

In der Zeit, in der Sie einstellen, gibt es entweder keine oder nur eine eingeschränkte Produktivität in der Rolle, für die Sie einstellen. Wenn der Einstellungsprozess länger als üblich dauert, verlängert dies die verlorene Produktivitätszeit und den Output für Ihr Unternehmen. Diese Elemente der Rekrutierungsphase sind zwar nicht mit einem physischen Preisschild verbunden, summieren sich aber dennoch zu einem Zeitverlust für die aktuellen Mitarbeiter.

#4 Indirekte Ausbildungskosten

Ein neuer Mitarbeiter ist i.d.R. nicht vom ersten Tag an zu 100% produktiv. Natürlich ist nicht bei jedem Mitarbeiter die Lernkurve gleich steil, doch nicht selten dauert es ein Jahr bis jemand zu 100% produktiv ist. Schätzungen zufolge liegt der Effektivitätsverlust im Schnitt bei 3,5 Monatsgehältern. Besser qualifizierte Mitarbeiter einzustellen, welche vielleicht ein etwas höheres Gehalt verlangen, kann sich dadurch relativ rasch auszahlen.

#5 Die Kosten für Fehlbesetzungen

Wer sich nur auf Direktbewerbungen aus Inseraten verlässt, erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Fehlbesetzung. Eine Neueinstellung, die nicht ganz "passt", kann für Ihr Unternehmen kostspielig sein. Mit 30-50% eines Jahresgehaltes muss mindestens gerechnet werden.

Während die finanziellen Auswirkungen quantifizierbar sind, rangieren die Auswirkungen einer schlechten Einstellung auf die Moral und die Produktivität noch vor den finanziellen Verlusten. Warum? Wenn ein unengagierter Mitarbeiter seinen Beitrag nicht leistet, werden gute Mitarbeiter ausgebrannt, um dies zu kompensieren. Das kann die Teamdynamik stören und hat das Potenzial, einen Rückgang der Mitarbeitermoral zu verursachen. Nicht zuletzt kann es auch schädlich für die Kundenbeziehungen sein.

Und was kostet es, wenn Mitarbeiter NICHT eingestellt werden?

Ja, Mitarbeiter zu haben ist teuer. Für viele Unternehmen können die Mitarbeiter die grössten Ausgaben sein. Die Kosten für die Nichteinstellung können jedoch die Kosten für neue Teammitglieder überwiegen. Lassen Sie uns also betrachten, was es Sie kostet, wenn Sie NICHT oder nur halbherzig rekrutieren.

#6 Vakanzen kosten Geld

Jeder Tag, an dem Sie Ihre Vakanz nicht besetzen, beeinträchtigt Ihre Effizienz. Ihre Mitarbeiter müssen für den ausgefallenen Mitarbeiter einspringen, was zu Anspannung und Kurzatmigkeit führt. Oder die Arbeit bleibt liegen, was genauso schlimm ist.

Bleibt die Stelle lange genug unbesetzt, sinkt die Arbeitsmoral. Die Produktivität sinkt und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass noch mehr Ihrer Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Und von da an wird es nur noch schlimmer.

Wenn Sie die Kosten einer Vakanz überschlagsmässig berechnen möchten, nehmen Sie Ihren Umsatz pro Mitarbeiter (Gesamtumsatz geteilt durch die Anzahl der Mitarbeiter) und teilen Sie das durch 250 (die durchschnittliche Anzahl der Arbeitstage im Jahr). Das sind Ihre täglichen Kosten der Vakanz.

#7 Sie können nicht wachsen

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen an Kapazitätsgrenzen stossen, können Sie keine Kunden mehr aufnehmen, mehr für bestehende Kunden tun oder Ihre Produkte weiterentwickeln. Sie drosseln unweigerlich Ihr Potenzial. Jedes Nein, das Sie zu zusätzlicher Arbeit geben, kostet Sie Umsatz. Der Umsatz, der Ihnen entgeht, könnte am Ende mehr sein als die Kosten für die Einstellung der richtigen Mitarbeiter, die Ihnen bei der Bewältigung des erhöhten Arbeitsaufkommens helfen. Wenn Sie die richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit einstellen, nutzen Sie das Potenzial, dass Ihr Unternehmen wachsen kann.

#8 Sie geben Zeit statt Geld aus

Es gibt zwei Arten von Arbeit, die Sie in Ihrem Unternehmen erledigen werden. Umsatzbringende Arbeit und nicht umsatzbringende Arbeit. Während beide erledigt werden müssen, ist es wichtig, dass die richtigen Leute alle Aufgaben erledigen.

Jede Stunde, die nicht für umsatzfördernde Arbeiten verwendet wird, ist eine Stunde, die Ihr Unternehmen potenziellen Umsatz kostet. Auch die zusätzliche Zeit, die Sie für die Erledigung von Aufgaben aufwenden, die nicht zu Ihren Fachkenntnissen gehören, wenn jemand anderes die Arbeit in einem Bruchteil der Zeit erledigen kann, könnte sich erheblich auf Ihr Endergebnis auswirken.

Fazit

Ob Sie es mögen oder nicht, Sie kommen nicht drum herum Ihr Recruiting professionell aufzustellen, um offene Stellen zeitnah und mit den richtigen Mitarbeitern zu besetzen - alles Andere kostet Sie ein Vielfaches.

Für professionelles Recruiting benötigen Sie eine vernünftige Karrierewebseite mit Anbindung an ein ATS mit Talentpool. Hinzu kommen personelle Ressourcen mit Kompetenzen im Recruiting und Online Marketing. Wenn Sie auch noch Active Sourcing betreiben möchten, braucht es von Allem noch etwas mehr. Eine solches Setup intern aufzubauen, lohnt sich i.d.R. nur für grössere Unternehmen. Für alle Anderen empfiehlt es sich einen geeigneten Dienstleister beizuziehen.

Über den Autor

Raphael Ineichen ist CEO & Gründer von digitalent. Mit seiner Erfahrung in den Bereichen Sales & Marketing, Technologie und Talent Acquisition gibt er sich bei digitalent seiner Leidenschaft hin: Er entwickelt und betreibt mit seinem Team ein einzigartiges Talent Ökosystem, welches Unternehmer nachhaltig mit den richtigen Mitarbeitern versorgt.

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